Aloha aus Hawaii!

Der Flug von Samoa, quer über den Pazifik, über die Datumsgrenze nach Honolulu dauerte ganze 5 ½ Stunden! Kann man sich das vorstellen? Der Pazifik ist einfach unglaublich groß! Aber es zahlt sich aus, hier zu reisen! Aloha Hawaii!

Ich bin immer noch verwirrt. Ich bin am Abend des 19. Mai weggeflogen, aber kurz vor Mitternacht am Vortag gelandet. Die Datumsgrenze ist schon etwas ziemlich Schräges, wenn man einmal darüber nachdenkt… Nach 5 Stunden warten und keinem Schlaf geht früh morgens mein Inlandsflug von Honolulu rüber auf Maui. Dort angekommen ist es noch viel zu früh, um im Hostel einzuchecken, also schlafe ich noch ca. zwei Stunden am Flughafen, bevor ich mit einem Taxi nach Paia fahre.

Das Hostel ist entzückend und liebevoll eingerichtet. Es ist das erste Mal seit Christchurch, dass ich in einem richtigen Hostel mit anderen jungen Reisenden schlafe.

Bereits am nächsten Vormittag wird eine Wanderung vom Hostel aus unternommen. Es fällt mir leicht Anschluss zu finden, es gibt mehrere alleinreisende junge Frauen, die genau so aufgeschlossen sind wie ich. Die Wanderung führt einen Berg mit angeblich schönem Ausblick hinauf. Leider ist die Spitze komplett von Wolken umschlossen, und so geben wir uns auch mit der traumhaft grüner Umgebung beim Aufstieg zufrieden. Hauptsache wir haben Zeit zu quatschen!

Für den kommenden Tag ist ein Ausflug rund um West-Maui geplant. Die vulkanischen Berge auf der Insel sehen wirklich unglaublich aus und bilden einen wunderschönen Hintergrund zur Küstenlinie. Wir besuchen einen schönen Strand und ein ‚Blowhole‘. Am Abend gehen wir noch Essen, bevor es zurück zum Hostel geht.

Olivine Natural Pools

 

Nach zwei Tagen Ruhe und Erholung im Außenbereich des Hostels und am Strand, mieten sich Phil, ein Reisender aus Montreal, und ich ein Auto für einen Tag, um auch noch den Osten der Insel erkunden zu können. Die Straße nach Hana am nördlichen Teil der Insel ist die Attraktion schlechthin. Unzählige Wasserfälle, schöne Ausblicke und sogar ein Garten Eden warten auf uns.

 

 

Der südliche Teil der östlichen Inselhälfte ist das komplette Gegenteil dazu: markante, karge Landschaften, Klippen und keine Menschenseele.

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Für den nächsten Tag habe ich mir einen Flug auf eine weitere Insel Hawaiis gebucht, es geht rüber nach Kauai, bekannt für seine noch eher unberührte Natur und wenigen Tourismus. Bereits der Flug über die Inseln Hawaiis raubt mir den Atem!

In meinem neuen Hostel im Osten der Insel in Kapa’a teile ich mir mit ausschließlich netten jungen Frauen das Zimmer. Wir verstehen uns auf Anhieb und planen eine gemeinsame Wanderung für den übernächsten Tag. Den Folgetag verbringe ich mit einer von ihnen am Strand von Hanalei, im Norden der Insel.

Ausgeruht machen wir uns am Wandertag zeitig auf den Weg. Es geht einen Teil des berühmten Küstenstreifens der ‚Na Pali Coast‘ entlang. Zwischen den Buchten winden sich Berge wie Falten das Meer entlang, im Wasser tümmeln sich Delfine, es ist unbeschreiblich! Nach guten eineinhalb Stunden kommen wir am Hanakapi’ai Strand an, an welchem wir eine kleine Pause einlegen. Die hohe Luftfeuchtigkeit macht einem doch etwas zu schaffen.

Motiviert geht es von hier aus weiter ins Landesinnere, den Hanakapi’ai Fluss entlang. Ziel ist ein angeblich ziemlich beeindruckender Wasserfall. Und was soll ich sagen – wir wurden nicht belogen. 90 Meter stürzen die Wassermassen die Felswand hinab und bilden unter sich einen Pool, der zu einer eiskalten Abkühlung verführt. Und mit eiskalt meine ich, ar***kalt! So kalt, dass es schwer fällt zu atmen! Aber wer nichts wagt…

 

 

Am folgenden Tag haben Giulia und ich was tolles geplant! Wir machen einen Helikopter-Rundflug über Kauai! Auch wenn es nicht das billigste Vergnügen ist, auszahlen tut es sich allemal! Wir fliegen über den Canyon, die Na Pali Coast entlang und weiter zu einem der feuchtesten Punkt der Erde!

Heute von oben: der Hanakapi’ai Strand und der gleichnamige Wasserfall im Hintergrund!

 

Da am Abend neben den französischen Mädels auch Giulia die Insel wieder verlässt, haben Clair und ich für den kommenden Tag ein Auto angemietet, mit dem wir zum Canyon fahren wollen, um etwas zu wandern. Die Natur hier auf Kauai ist einfach unbeschreiblich schön!

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Am nächsten Vormittag heißt es auch für mich leider wieder Abschied nehmen, die Tage fliegen nur so, und ich rüber nach Honolulu auf Oahu. Geplant habe ich hier nichts besonderes, nur endlich einmal einen ganzen Tag am Strand herum lümmeln und ein paar Souveniere shoppen. Aber bereits nach ein paar Stunden wird mir klar, dass ich in diesem Leben keine richtige Urlauberin mehr werde und Sonnenbaden einfach zu langweilig ist!

Am Folgetag finde ich mich auch schon wieder auf der Spitze des ‚Koko Head‘ wieder. Der Aufstieg war eine Tortur! Die Hitze haut einen fast um, die Luftfeuchtigkeit ist unendlich hoch und der Weg besteht aus steilen Schienen, dessen Schwellen zu Stufen umfunktioniert wurden, die sich aber so weit auseinander befinden, dass es eher einem Hürdenlauf ähnelt. Auszahlen tut es sich aber trotzdem, wie immer…

GESCHAFFT!!!

 

Da meine Abenteuerlust für den heutigen Tag gestillt wurde, gönne ich mir ein paar Sonnenstunden im ‚Hanauma Bay Nature Reserve‘. Die Hanauma Bay ist ein ehemaliger Vulkankrater, dessen eine Hälfte vom Meer weggespühlt wurde und sich somit eine Bucht mit besonderer Unterwasserwelt gebildet hat.

Am letzten Tag in Hawaii gönne ich mir noch einmal etwas Ruhe. Die letzten Wochen waren ziemlich voll mit „Reisealltag“ und nur wenigen Ruhephasen. Viele, die selbst nie so lange an einem Stück gereist sind, können das nur schwer nachvollziehen. Aber das Gehirn wird doch ziemlich gefordert! Jeden Tag neue Eindrücke, einer besonderer als der andere! Schlafensplatz finden, Essen beschaffen, Bus-, Fähren- und Flugzeiten nicht übersehen. Verschiedenste Sprachen und Dialekte verarbeiten. Es ist Freiheit, weil man machen kann, was man möchte, aber Reisen ist und bleibt etwas komplett anderes als Urlaub machen!

Acht Monate bin ich nun schon unterwegs, ich kann es selbst kaum glauben! Viele Reisende kommen nach 4-5 Monaten an einen Tiefpunkt, so wie auch ich damals in Brisbane. Danach ging es für mich dann aber wieder besser. Ich musste lernen Plätze, Städte und Regionen nicht miteinander zu vergleichen, weil es weder dem Ort anmessend gegenüber ist und weil auch bei mir dann kein Gefühl des „Ist doch eh alles gleich“ aufkommt.

Ich habe wundervolle Menschen getroffen, bin an meine Gefühlsgrenzen gestoßen und habe mich ein großes Stück besser kennen gelernt. Ich durfte die Wunder der Natur sehen, unglaubliche Tierarten kennenlernen und durfte am tiefen Glauben einiger Kulturen teilhaben. Ich habe geweint, da ich mit eigenen Augen sehen konnte, was wir Menschen unserer Mutter Erde antun und durfte unendlich viel Hoffnung schöpfen, da ich viele junge Leute treffen durfte, die genau wie ich hinsehen und etwas dagegen unternehmen wollen.

Noch nie habe ich in so kurzer Zeit so viel gelernt. Es ist Zeit. Ich mache mich auf den Weg nach Hause. Auch, wenn es nur für kurze Zeit sein wird, mein Kopf braucht etwas Ruhe.

 

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