Nuya, die Yogalehrerin

Ich sitze gemeinsam mit zwei Damen auf einer Rattan-Garnitur. Wir warten. Plötzlich, wie aus dem nichts, betritt eine eher kleinere, zierliche Frau den Sportbereich. Sie grinst breit, die Motivation und Freude steht ihr ins Gesicht geschrieben. Sie strahlt. Mit einem Mal hat sich der ganze (offene) Raum mit Licht gefüllt. Ich drehe mich noch einmal kurz zu den Damen „She is so sweet!“ – „Yeah, she’s lovely!“ Die Yogastunde beginnt.

Ist Hatha-Yoga auf der ganzen Welt gleich? Ihr Stil ist doch ähnlich wie….!? Es wird doch nicht….!? „Excuse me, sorry, what’s your name again?“ – „Nuya!“, grinst sie. Ich hol mein Handy raus, um die SMS von meiner Yogalehrerin zu Hause noch mal nachzulesen. Da steht doch auch Nuya, schwarz auf weiß! Ich schau Nuya mit großen Augen an „Did you made a Yogaclass in Austria?“ – „Yes, I did“, sie schaut mich verdutzt an. Und auch das, wie in der SMS! „Did you sleep in an Austrian’s flat in Vienna? That’s my Yoga-Teacher at home!“ Sie schaut mich unglaubwürdig und überrascht an „Really? What? NO WAY!“ Wir fangen beide zu lachen an und freuen uns irrsinnig über diesen Zufall und wie klein doch die Welt manchmal sein kann!

2012 hat sie in Österreich einen Teil ihrer Yogaausbildung absolviert. Ihr hat es hier bei uns sehr gut gefallen, leider hatte sie zu wenig Zeit, um sich mehr als die Umgebung der Ausbildungsstätte und Wien anzusehen. Nicht einmal Salzburg ist sich ausgegangen, bedauert sie. Aber sie will auf jeden Fall wieder kommen! Denn auch die Schweiz hat es ihr mit den Bergen und den Wanderungen, die man dort machen kann, angetan. „I have good friends there!“, erzählt sie mir. „I met them in Phuket, when I was working as a tourist-guide. And now they are really close friends to me.“ Sie erzählt mir auch weiter, wie schwer und anstrengend die Hauptsaison immer für sie war. Um Mittag ging es los, und meistens ist sie nicht vor Mitternacht nach Hause gekommen. Durch den starken Tourismus auf Koh Phuket sind natürlich auch die Lebenserhaltungskosten auf der Insel ( =Koh) gestiegen, was für die einheimischen Thais natürlich nicht einfach ist. „In the east are more local people, the tourists are all on the westcoast. That’s why the food and also the living is cheaper in the east. The north is the cheapest and still very local.“ Während sie erzählt läuft ihr ständig das Wasser im Munde zusammen. Sie hat gerade mit ihrer Detox-Saft-Kur begonnen und spricht ständig von Keksen, bis sie sich einen Brei aus Wasser und Kleiepulver mischt, welcher im Magen aufgeht. Sättigung, sie wird etwas ruhiger.

„I started with Yoga because I like to exersice, to form my body. I like to look after my body and i like to meditate. I’m Buddhist, so that’s our beeing. I like how you make positions in yoga, how you stay in the position. Even if it hurts sometimes, my head get’s quiet. When I’m thinking of something completely different, i can’t focus and can’t balance my body. It’s about beeing in the moment and feeling peace.“ Sie sieht mich bewusst an, ich weiß was sie meint.

Was ich an Thais so sehr schätze, es gibt immer ein nächstes Mal. Ich bedanke mich für alles bei ihr und bedaure, dass wir nicht mehr Zeit miteinander verbringen konnten, ich hätte noch so gerne so vieles mit ihr gesprochen. „Next time! We can make cooking class, I show you how to cook good thai-food!“ Ich freu mich so, das wird bestimmt lustig! Wir umarmen uns zum Abschied. Ihr kleiner weißer Hund Samlee ( =Watte) wuselt uns um die Beine. „When you visit Austria next time, tell me!“, schrei ich ihr noch von der Ferne zu. „I will!“, antwortet sie lächelnd.

 

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