Rollertour Lombok – Etappe 3 – Maroak bis Kuta

Nach einem gemütlichen Frühstück im Homestay geht es wieder rauf aufs Moped und weiter in den Süden. Eine Strecke von knapp 95km liegt vor mir, die quer durch das Landesinnere der Insel führt.

Die Straßen sind diesmal ausgesprochen gut, denn die Strecke führt immer die Hauptstraße entlang. In Praya mache ich einen Zwischenstop, um meine Briefe aufzugeben. Man sagte mir, dass die Post in dieser Stadt die zuverlässigste sei. Es wäre ansonsten nämlich üblich, dass Briefmarken abgelöst un weiterverkauft werden oder dass die Post geöffnet und durchsucht wird, ob sich Wertgegenstände darin befinden. Nun sind meine Brief nichts wertvolles, aber ich wäre trotzdem froh, wenn diese ankommen würden!

Kurz bevor ich Kuta erreiche, bleibe ich noch einmal stehen, um mir eines der ursprünglichen Sasak-Dörfer anzusehen. Ich befürchte wieder einmal schlimmstes – verzweifelte Selbstvermarktung der Einwohner. Und ich behalte leider recht. Ich würde so gern tiefer eintauchen und mehr vom Alltag erfahren, aber sie machen einen soetwas leider unmöglich.

Einer der dort lebenden Männer bietet mir einen Rundgang an und scheint anfangs auch sehr nett zu sein. Er zeigt mir die traditionellen Häuser und erklärt mir, dass der Sockel aus einer Mischung von Kuhdung, Spreu und ein wenig Zement errichtet wird, die Wände werden aus Bambus hergestellt, die Deckung besteht aus getrockneten Gräsern. Es ist überraschend kühl in den Häusern. Meistens haben diese im Inneren zwei Ebenen, in der oberen wird gekocht und die Kinder schlafen dort, meist mit der Mutter. In der unteren Ebene wird gegessen, die Gäste werden dort empfangen und der Ehemann und die älteren Burschen schlafen in diesem Bereich.

Wir gehen weiter, immer wieder soll ich einen selbstgewebten Schal oder Sarong, Armbänder oder Schnitzerein kaufen. Jedes Mal sage ich höflich, dass ich das alles nicht brauche. Mit jedem Mal wird mein Guide unfreundlicher und unmotivierter. Deswegen kann ich mich auch nicht zwingen die ganzen Dinge zu kaufen, aber das geht ihm etwas gegen den Strich. Wir stehen wieder an der Hauptstraße, er schaut mich erwartungsvoll an. Ich gebe ihm 10.000 Rupiah. Er nimmt das Geld, dreht sich um und geht ohne noch etwas zu sagen.

Die Sasak sind also die ursprünglichen Bewohner der Insel Lombok. Ursprünglich besaßen diese eine Art Ahnen- und Naturglauben, der aber mittlerweile vom Islam abgelöst wurde. Von damals blieb lange Zeit die Heirat innerhalb der Gesellschaftsschichte bzw. das Heiraten innerhalb der Familie (Cousin/Cousin). Aber wie ich auch im Dorf gelernt habe, ist es heutzutage kein Problem mehr auch außerhalb dieser Kreise zu heiraten. Inwieweit die Naturreligion noch mit dem Islam vermischt ist, kann ich leider nicht sagen, könnte mir es aber gut vorstellen.

 

Ich fahre noch die letzten Kilometer nach Kuta. Die kleine Stadt scheint sehr nett zu sein, viele gemütliche Bars reihen sich an Surf-Zubehör-Shops, dazwischen findet man immer wieder nett eingerichtete Hipster-Cafés.

manchmal geht mir beim Schreiben auch ein Licht auf… 😉

 

Etwas abseits der Hauptstraße, aber gleich gegenüber dem Strand, finde ich wieder ein nettes Homestay. Am Abend findet noch eine eigenartige Tradition statt. Es heißt Sunatan und ist die Zelebration der Beschneidung der kleinen Jungen. Als ich die Fotos und die Videos machte, wusste ich noch nicht, um was es sich handelt…

 

 

Die kommenden Tage mache ich mich daran, die Strände der Umgebung zu erkunden. Der „Hausstrand“ von Kuta ist ein wirklich schöner, großer Strand, der bei meinem Aufenthalt fast immer leer war. Nur einige Tiere haben sich dort herumgetrieben!

Kühe am Strand vor der Haustüre

 

…oder auch Ziegen, die herabgefallene Blüten fressen

 

Massen an Menschen…!

 

und Fremde werden zu Freunden 🙂

 

Von einigen Leuten bekomme ich den Aussichtspunkt am Bukit Bongo empfohlen. Es handelt sich hier um eine Halbinsel zwischen Kuta und dem kleinen Nachbarort Tatjuna Aan, die rund um den Hügel verschiedene, kleine Buchten mit Stränden hat. Wirklich sehr schön anzusehen!

 

 

Wer gerne surft oder es lernen will ist in Kuta Lombok auf jeden Fall richtig! Es ist bei weitem nicht so überlaufen wie diverse Surf-Strände auf Bali und hat eine riesige Surf-Community! Man kannhier auch tagweise ein Moped mit Surfboard-Halterung mieten um zu die Nachbarstrände zu gelangen.

Von den berühmten Gili-Inseln im Nordwesten von Lombok kommt man mit den Privat-Vans innerhalb von ca. 3h nach Kuta, von der Fährstation Lembar dauert es mit dem Auto nur 1h. Es zahlt sich also auf jeden Fall aus, vorbei zu schauen!

 

Noch einige Daten zur gefahrenen 3. Route:

Von Maroak geht es wieder an den Baumriesen vorbei immer die Hauptstraße entlang ca. 75km bis nach Praya. Von dort geht es noch weiter südlich und nach 15km erreicht man das Sasak-Dorf „Sade“ (A). 7 km weiter befindet sich Kuta (B).

Um 8Uhr morgens habe ich Maroak verlassen, 3 Stunden später hatte ich bereits das Sasak-Dorf erreicht. Rechtzeitig zu Mittag hatte ich mein Zimmer im Homestay bezogen. Die Hauptstraße war komplett neu asphaltiert, der Verkehr war dafür aber sehr „städtisch“ und anstrengend. Erst nach Praya wurde es wieder ländlicher und grüner.

In Kuta hat man keine Probleme eine Bleibe zu finden, es gibt ausgesprochen viele, nette Homestays und Bungalows zu mieten!

 

Wer meine bisherigen Etappen verpasst hat, einmal hier entlang:

Etappe 1 von Mataram nach Bayan

Etappe 2 von Bayan nach Maroak

 

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