Abel Tasman an Land und in der Luft

Relativ spontan haben Manu und ich uns dazu entschieden eine zweitägige Wanderung durch den berühmten Abel Tasman Nationalpark zu machen. Eben sitzen wir also noch in einem europäischen Café und genießen Vienna-Coffee und eine Topfengulatsche, kurze Zeit später finden wir uns beim Eingang zum Nationalpark wieder. In unseren Rucksäcken befindet sich unser Zelt, unsere Schlafsäcke und etwas zu essen für die nächsten Tage. Los geht’s!

 

In Marahau befindet sich das Besucherzentrum für den Nationalpark. Dieser kann übrigends nur zu Fuß oder mit dem Kajak erkundet werden. Wir haben uns wieder einmal für die günstigere Variante entschieden. Also marschieren wir nach dem Informationsgebäude erst einmal über einen Steg quer über die Sandy Bay und weiter die Buchten entlang durch den Regenwald.

11km geht es Bucht für Bucht immer tiefer in den Nationalpark, bis wir zum ersten Mal eine schöne Aussicht über die Landschaft genießen können.

Es ist warm und der Rucksack wird immer schwerer. Außerdem mahnt die tiefstehende Sonne zum baldigen aufstellen des Nachtquartieres. Unbedingt wollen wir aber noch den Zeltplatz der Torrent Bay erreichen. Also heißt es Gas geben.

Wir wandern über einen Strand, danach über einen Hügel und danach quer durch die Torrentbay. Zum Glück hat gerade die Ebbe eingesetzt und so sparen wir uns 3km, da wir die Bucht nicht außen umgehen müssen.

 

 

Am Zeltplatz angekommen bemerken wir, dass wir im Vorhinein einen Platz reservieren und bezahlen hätten müssen. Um ehrlich zu sein, wir dachten es gäbe wie auch sonst immer eine Honesty-Box, aber da hatten wir uns ziemlich getäuscht. Anscheinend hätten wir uns auch vor dem betreten des Nationalparks einen Pass besorgen müssen. Aber hier waren wir nun, Pass-, Zeltplatz- und Planlos. Ein weiterer Wanderer macht uns Mut, dass heute kein Ranger mehr kommen dürfte, er hatte erst kurz zuvor mit einem gesprochen. So bauen wir also halb illegal unser Zelt auf und essen genüsslich unser Abendessen.

Am Morgen stehen wir zeitig auf, um unser Zelt abzubauen. Wir haben beide nicht sehr gut geschlafen, der Boden war hart und es war doch kälter als erwartet. Das alles hält uns aber natürlich nicht davon ab, die weitere Wanderung zu genießen!

Heute morgen müssen wir natürlich die komplette Bucht auslaufen, durch die wir gestern noch gemütlich gestapft waren, befindet sich heute tiefes Wasser. Das klare Meerwasser bringt jedoch einen lebhaften Scharm in den Bereich, der vorher nur braun-grau gefärbt war.

Nach etwa 4km biegen wir rechts zu “Cleopatras Pool” ab. Dort finden wir einen wunderschönen Wasserfall und einen Tümpel vor. Einige schweißgebadete Wanderer finden im eiskalten Wasser Abkühlung. Das Wasser hat jedoch eine leicht rotbräunliche Farbe und der von Manu und mir entdeckte Süßwasseraal machen es uns nicht schmackhaft in das Wasser zu springen. Wir genießen dann doch lieber die Aussicht von einem Felsbrocken aus.

Nach dem wir mit frühstücken und genießen fertig sind, geht es für uns die ganze Strecke wieder zurück. Zwischendurch legen wir eine ausgiebige Pause am Strand ein. Gefühlsmäßig ist es für ÖstereicherInnen zwar eigenartig, eine Wanderpause am Sandstrand zu verbringen, aber es gibt Schlimmeres…

Am Abend haben wir es schließlich geschafft. Müde aber glücklich haben wir insgesamt 27km an zwei Tagen hinter uns gebracht und einiges an Geld gespart. Dafür gönnen wir uns heute Abend noch eine Pizza mit Nachspeise und dazu ein Hugo.

Am folgenden Tag geht es früh aus den Federn, denn Manu möchte aus einem Flugzeug springen. Nein, sie ist nicht lebensmüde, sie ist nach einzigartigen Momenten süchtig. Sie hat sich für heute einen Fallschirmsprung gebucht.

Die Aufregung steht ihr ins Gesicht geschrieben, als wir am Flugplatz ankommen. Nach einer motivierenden Rede und einem kleinem Film wirft sie sich in Schale und wird zum Flugzeug geführt. Sie steigt als letzte ein, springt somit als erste aus über 16.500 Fuß Höhe.

In der Zwischenzeit beobachte ich das Flugzeug. Als es sich wieder genau über uns befindet sieht man kleine orange Pünktchen, die anscheinend gerade aus dem Flugzeug gesprungen sind. Der Stabilisationsschirm muss sich also gerade geöffnet haben. Und das Pünktchen wird ziemlich schnell größer. Unglaublich wie schnell die da herunter fallen. Mir wird etwas leichter, als ich sehe, dass sich Manus Fallschirm geöffnet hat und sie mit ihrem Buddy genüsslich nach unten segelt.

Ich umarme sie gleich, als ich sie sehe. Sie ist komplett cool und lässig, ich hingegen bin total aus dem Häusschen. Sie erzählt mir, dass es ihr die Kälter ins Gesicht geschlagen hat, als sie abgesprungen sind, dass sich der freie Fall nur ganz am Anfang auch danach anfühlte, dass alles total schnell ging und dass das herab gleiten wunderschön war. Ich bin so stolz auf sie!

Zur Feier des Tages gönnen wir uns Frühstück in einer kleinen Bäckerei, während Manu mir alle Fragen zum Absprung beantwortet.

 

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