Sydney – eine Stadt zum Verweilen

Schweren Herzens verabschiede ich mich am Abend von Byron Bay und verspreche, beim nächsten Mal länger zu bleiben! Das Hostel, die Leute und generell die Stadt hatten es mir schon sehr angetan! Aber auf gehts zu neuen Abenteuern!

Mit dem Nachtbus geht es in den Süden in die größte Stadt Australiens – Sydney!

Zeitig in der Früh komme ich müde am Zentralbahnhof an. Am Liebsten würde ich mich gleich wieder hinlegen und mache mich mit dem Wunsch auf ein Wunder auf den Weg in mein Hostel in der Nähe von Kings Cross. Wunder sind heute anscheinend ausverkauft, es ist noch kein freies Bett in meinem Dorm und ich müsste bis zum Nachmittag warten um einzuchecken. Da ich darauf aber wenig Lust habe, lasse ich meinen Rucksack in einem versperrbaren Spint zurück und beginne mit dem Sightseeing.

Ich marschiere an der Woolloomooloo Bucht entlang, in der auch der Marinehafen liegt und bestaune neben den künstlerischen Figuren entlang des Anlegeplatzes auch die riesigen Schiffe der Marine. Weiter geht’s durch den botanischen Garten zur Farm Cove, an deren einem Ende auch das Sydney Opernhaus liegt. Ich gehe aber zur anderen Seite der Bucht, um einen schönen Ausblick auf das berühmte Gebäude und die Harbour Bridge zu haben.

Am Hügel gönne ich mir bei einem Kaffeewagen einen Cappuccino und einen Muffin. Einige Vögel genießen mit mir den Ausblick, wobei die wahrscheinlich eher nach herabfallenden Bröseln Ausschau halten…

Es ist endlich 2 Uhr. Ich gehe zum Hostel zurück und hole bis zum Abend meinen Schlaf nach. Wieder einmal weckt mich der Hunger und da ich es schon auf der Landkarte entdeckt habe, gönne ich mir heute etwas ganz besonderes: Abendessen in einem österreichischen / deutschen Wirtshaus. Ich bin ganz aufgeregt als ich eintrete und mir ein Bild von Sissi und Franz Josef entgegen lacht. Die Kellnerin ist wirklich ganz reizend und teilt meine Begeisterung. Ich bestelle mir Spinatnockerl mit gemischten Salat und ein Stiegl-Bier. Als Nachspeise gönne ich mir noch einen warmen Topfenstrudel mit Kirschen. Globalisierung sei dank!

Den nächsten Tag beginne ich zeitig und motiviert. Viele haben mir einen Spaziergang entlang des East Coastal Walk empfohlen, der sich von Bondi Beach bis nach Coogee Beach zieht und dabei über Hügel und durch Buchten verläuft. Es ist ein herrlicher Tag!

Bondi Beach

 

Ein kleiner Teil des Walks ist aufgrund Zerstörungen eines Sturmes 2016 gesperrt und führt deshalb durch den Waverly Cemetery. Ich muss gestehen, ein Friedhof mit Meerblick hat etwas sehr friedvolles.

Der Clovelly Beach sieht nach Spaß aus, die Bucht ist wie ein Swimmingpool ausgebaut!

Die Wellen außerhalb der Bucht schlagen tosend gegen die Felsen.

Blick zum Coogee Beach

 

Von Coogee Beach aus fahre ich mit dem Bus zurück zur Zugstation, von dort weiter in die Innenstadt. Es ist erst 2 Uhr nachmittags und ich habe noch genug Zeit um mit der Fähre zur Watsons Bay zu fahren. An der äußeren Spitze der Bucht liegt ein Leuchtturm, der die Einfahrt zum Port Jackson weist. Das Tolle an der Fährenfahrt ist, dass es wie eine Zugfahrt funktioniert und man ganz normal seine Fahrkarte benutzen kann!

Am Rückweg vom Leuchtturm beginnt es zu regnen und zu donnern und ich laufe zurück zur Fährstation. Wie sich später herausstellen wird, hat in Sydney drei Menschen der Blitz getroffen…

Als ich am Circular Quay zurück komme, hat es zum Glück schon wieder aufgehört zu regnen und ich nutze die Gelegenheit mir das Operahouse von nahem anzusehen. Ich bin wirklich überrascht, als ich bemerke, dass das Opernhaus nicht einfach nur weiß ist, sondern mit weißen und beigen Fliesen belegt ist! Die Muster und das Gebäude sehen wirklich toll aus, ich bin ganz begeistert!

Auch den folgenden Tag beginne ich früh, es geht raus aus der Stadt in die Blue Mountains. Nach einer zwei stündigen Zugfahrt in den Westen erreiche ich Katoomba. Vom Bahnhof sind es etwa 2km bis zum ersten Aussichtspunkt, von welchem auch die Seilbahn wegfährt. Ich wusste ja zuvor nicht, was ich in den Bergen zu erwarten habe, aber es haut mich von den Socken! Es sieht aus, als wären die Berge vor tausenden Jahren einfach in sich zusammen gebrochen. Tatsächlich haben die unzähligen Flüsse über die Jahre hinweg tiefe Täler in das Sandstein-Plateau gegraben.

Ein Wanderweg führt immer an der Kante entlang und man hat einen wunderschönen Ausblick nach dem anderen. Natürlich zieht das auch viele Touristen an. Diese schieben sich den schmalen Weg vor und zurück.

Das Highlight sind eindeutig die „Drei Schwestern“, drei nebeneinander liegenden Steintürmen mit den Namen Meehni, Weemala und Gunnedoo. Laut einer Traumzeitlegende der Aborigines hat der Vater der drei Schwestern sie mit einem Zauberknochen in Stein verwandelt, um sie vor einem bösen Zauberer zu schützen. Danach hat aber der Zauberer den Vater in einen Vogel verwandelt, welcher daraufhin seinen Zauberknochen verlor. Die Schwestern warten noch heute darauf, dass der Vater den Knochen findet und sie zurück verwandelt.

Am Wanderweg nach den drei Schwestern wird es etwas ruhiger. Ich wandere weiter am Abgrund entlang und steige schließlich zu einem Wasserfall namens Bridal Veil hinab. Von dort aus sehe ich weit oben einen Aussichtspunkt zu jenem Wasserfall, welchen ich dann natürlich auch noch besteige.

als Alleinreisende muss man bei Fotos manchmal improvisieren 🙂

 

Nach 5 Stunden herumgehen kehre ich zum Bahnhof zurück und schlafe die 2 Stunden Fahrt durch. Da es sich aber um meinen letzten Abend hier in Sydney handelt, gehe ich noch einmal am Circular Quay spazieren und bestaune die beleuchteten Gebäude rund um die Bucht.

Sydney hat es mir doch sehr angetan, obwohl die Stadt ganz anders als zum Beispiel Melbourne ist. Doch Sydney hat viel Kultur, innerhalb weniger Minuten mit dem Zug befindet man sich an wunderschönen Stränden und in wenigen Stunden ist man mitten im Urwald eines Nationalparks.

Man muss diese Stadt einfach gesehen haben! Worauf wartet ihr noch? 🙂

 

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