I’m in love – KL

Ich hatte mir nichts erwartet, nichts im Internet recherchiert. Mein Kollege hat mich lediglich daran erinnert, dass es hier zwei Türme mit Verbindungsbrücke gibt.

Mit dieser riesenmenge an Information im Gepäck kam ich Freitagmittag am Flughafen in Kuala Lumpur an. Schon beim Einsteigen in den Zug in Richtung Innenstadt wurde mir klar, dass KL (so wird Kuala Lumpur hier genannt) anders als zum Beispiel Bangkok war, moderner. Am Bahnhof der Innenstadt befand ich mich erstmal in einer riesigen, bis zum Anschlag heruntergekühlten Shopping-Mall. (Einmal eines gleich vorweg: Asiaten lieben Shoppingmalls!) Nachdem ich rausgefunden hatte, wie ich am einfachsten in das Zentrum des Stadtgeschehens komme, machte ich mich mit dem Sky-Train auf den Weg. Gleich neben der Station „Bukit Bintang“ befand sich meine Unterkunft. Rucksack abgelegt, Stadtkarte geschnappt – los geht’s!

Skytrain - Station "Raja Chulan"

Skytrain – Station „Raja Chulan“

 

Skywalk - Fußgängerübergang quer durch die Stadt

Skywalk – Fußgängerübergang quer durch die Stadt

 

KLCC Park mit Ausblick zu den Twin Towers

KLCC Park mit Ausblick zu den Twin Towers

 

Twin Towers

Twin Towers

 

Im KLCC (Kuala Lumpur City Center) Park hab ich mich sehr nett mit einem Fotografen aus der Stadt unterhalten, während wir auf das Vorbeifliegen der U.S.-Airforce gewartet haben. Seine Hoffnung war, dass die 3 Jets an den Twin Towers vorbeifliegen würden und er somit die Chance auf ein tolles Foto gehabt hätte. Während dem Warten hat er mir erklärt, was ich mir hier alles ansehen kann, wie ich mich am Besten fortbewege und welche Städte in Malaysia sonst noch schön sind. Nachdem die Airforce-Jets leider nur über den Park und nicht an den Towers vorbei geflogen sind, habe ich mich verabschiedet und habe mich zum KL-Tower aufgemacht. Die Aussicht von dort oben soll genauso schön sein, wie die der Twin-Towers, nur günstiger.

Der Ausblick war fantastisch!

 

Ausblick Richtung KLCC

Ausblick Richtung KLCC

 

Ausbl Richtung Westen

Ausblick Richtung Westen

 

Danach bin ich durch die Bar-Street in Richtung Food-Street marschiert. Eine herzige, gestandene Köchin hat mir dankenswerterweise gebratenen Reis mit Gemüse gemacht. Fisch, Kalamarie und Frösche sind ja nicht so das Meinige…

 

einmal Getier am Spieß, bitteschön!

(k)einmal Getier am Spieß, bitteschön!

 

Food-Street

Food-Street

 

Nachdem ich am nächsten Tag endlich einmal wieder ausgeschlafen hatte, wollte ich mir China Town und Little India anschauen, zwei Stadtteile KLs. Kurz bevor ich das Sultan-Abdulla-Samad-Gebäude erreicht habe, läuft mir plötzlich ein blondes Mädchen über den Weg. Sie läuft neben mir her, wir schauen uns an, und ich frage sie, wie es ihr geht. Wir verstehen uns auf Anhieb. Ihr Name ist June, wie der Monat. Sie lebt in Amsterdam und kommt gerade aus Hanoi. Wir gehen gemeinsam durch Little India, durch Kampung Baru und weiter nach KLCC.

 

Markt in Little India

Markt in Little India

 

Art Gallery

Art Gallery

 

Sultan Abdulla Samad Gebäude

Sultan Abdulla Samad Gebäude

 

Eingangsbereich der Sultan Abdulla Samad Gebäude

Eingangsbereich der Sultan Abdulla Samad Gebäude

 

Stadtteil Kmpung Baru

Stadtteil Kampung Baru

 

Blick zum KL-Tower

Blick zum KL-Tower

 

die Straßen sind so schön grün - Blick zu den Twin Towers

die Straßen sind so schön grün – Blick zu den Twin Towers

 

Vertical Gardening an einem der modernen Hochhäuser

Vertical Gardening an einem der modernen Hochhäuser

 

Vom KLCC aus gehen wir zurück zum KL-Tower, denn June hatte noch nicht die Gelegenheit Kuala Lumpur von oben zu betrachten. Währenddessen sie oben war, hatte ich einen netten Plausch mit Eddy. Eddy ist der Besitzer des Kaffeestandes am Fuße des Towers. Er hat mir unter anderem erzählt, dass es zu wenig Arbeit für die Malayen gibt. Diese haben meist eine gute Ausbildung, haben studiert. Die Arbeiter von anderen Ländern sind meist aber viel günstiger und werden deshalb bevorzugt. (Mir war schon bei einigen Baustellen aufgefallen, dass es sich hier um chinesische Baufirmen handeln muss, die Transparente sind meistens chinesisch. Die, die nicht chinesisch sind, haben groß „DOKA“ aufgedruckt.) Er erzählte mir weiter, dass viele Malayen schon verzweifelt sind und sich deshalb als Spione für gewisse Einwanderer anheuern lassen. Diese wollen nämlich Touristinnen abschleppen, vorzugsweise natürlich alleinreisende. Die arbeitslosen Malayen sitzen also an touristischen Plätzen herum und warten. Wenn sie ein dementsprechendes Mädl ausfindig gemacht haben, rufen sie den Auftraggeber an. Dieser kommt dann, flirtet mit ihr und geht mit ihr auf einen Drink. Dort bezahlt er dann auch noch den Barkeeper, damit dieser Pillen in ihr Getränk mischt, welche sie „gefügiger“ machen. Er erklärt, dass das daher kommt, dass Prostituierte in Kuala Lumper zum Beispiel keine Afrikaner nehmen. Die besorgen sich den Spaß natürlich woanders.

Ich bin fassungslos, glaube ihm aber. In Malaysien gibt es, wie in den meisten asiatischen Ländern, kein Arbeitslosengeld. 50 Ringgit (ca. 12€), die ein Malaye für solch einen Spionage-Job oder seine Extra-Barkeeper-Arbeit bekommt, zu haben oder nicht zu haben, machen natürlich einen großen Unterschied. Auch Eddy war als Barkeeper schon in solche Angelegenheiten verwickelt. Der Auftraggeber hat ihm damals sogar 100 Ringgit gegeben. Er meinte, er habe das Pulver zwar in den Drink gemischt, habe dem Mädchen aber zugeflüstert, dass sie aufpassen soll und nichts vom Cocktail trinken soll. Ich hoffe wirklich, dass er es ihr tatsächlich gesagt hat…

Liebe Mädls! Bitte hütet euch vor Typen mit billigen Anmachsprüchen, die mit Geld herumpralen. Besonders wenn ihr in einem anderen Land seid! Einer ihrer Tricks soll auch sein, dass er dir sagt, du hättest Geld verloren und du ihn ja jetzt auf einen Drink einladen musst, da er der ehrliche Finder sei… Finger weg!

Wir gehen jetzt bewusster durch die Straßen, schauen öfter, ob uns jemand folgt. Es ist gut zu wissen, wie ihre Spielchen funktionieren, um nicht darauf reinzufallen! Angst haben wir keine, Selbstvertrauen und ein gutes Bauchgefühl dürfen schon sein. Wir wollen ja auch das Land genießen und uns nicht verstecken müssen.

Kuala Lumpur ist deshalb für mich nicht weniger toll als vorher. Es ist bei weitem eine der schönsten Großstädte, die ich gesehen habe! Sie ist modern, grün und sauber. Alles ist in gehnähe, wenn man das möchte. Die Menschen wirken zwar etwas distanziert, sind aber unheimlich freundlich und hilfsbereit! Das öffentliche Verkehrsmittelnetz ist supereinfach und teilweise sogar kostenlos. In den Parks gibt es Trinkwasserbrunnen und nahezu überall gibt es kostenloses W-Lan. Im Westen gibt es eine riesige Parkanlage mit Museen und kleinen Tierparks, wenn man einmal etwas raus aus der Stadt möchte.

Schmetterling-Park

Schmetterling-Park

 

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich begeistert, ja beinahe wirklich verliebt in Kuala Lumpur bin!

Wie hört sich das alles für dich an? Würdest du die Angst vor einer trickreichen Abschlepptour die Oberhand gewinnen lassen? Hast du schon von solchen Geschichten gehört? Lass es mich wissen!

 

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