Bewölktes Napier

Nachdem wir die Fähre von Picton in der Nähe von Blenheim nach Wellington genommen hatten, verbrachten wir einen netten Tag in Neuseelands Hauptstadt. Das „Te Papa Museum“ mitten in Wellington ist wirklich empfehlenswert, solltet ihr mal in der Nähe sein. Eintritt ist eine freiwillige Spende und es hat einiges zu bieten: von der Geschichte Neuseelands, über die Einblicke in die Tier- und Pflanzenwelt des Landes bis hin zu Sonderausstellungen, die zur Zeit den 2. Weltkrieg aus der Sicht Neuseelands betreffen.

Zum Erholen haben wir dann noch einen halben Tag im Schwimmbad verbracht, in dem man auch die Sauna und den Whirlpool mitbenutzen kann! Bei dem windigen Wetter in Wellington ist etwas Aufwärmen in der Sauna eine nette Abwechslung.

Seitdem regnet es nur. Manu und ich wollten die Ostküste der Nordinsel erkunden, aber bei den Regenfällen, die der Sturm Debbie bringt, macht das alles weniger Spaß. Wir schauen uns nur kurz den Leuchtturm bei Castleppoint an und verbringen einen Tag im „Pukaha Mount Bruce National Wildlife Centre“ bei der weißen Kiwidame Manukura bevor wir uns in Napier an einem Campingplatz zurückziehen wollen, solange der Sturm sein übelstes treibt.

die letzten Sonnenstrahlen

 

die süße Manukura

 

Manukura ist wegen eines Gendefektes weiß, nicht Aufgrund von Albinismus. Durch diese Besonderheit ist sie einzigartig. Damit Besucher sie und weitere nachtaktiven Kiwis auch unter Tags besuchen können, ist ein Teil ihres Geheges mit Infrarot beleuchtet.

Besonders gefährdete Vogelarten werden von den Pflegern bereits als Ei im Nationalpark aufgesammelt und im Center großgezogen bis sie alt und stark genug sind alleine zu überleben. Danach werden sie wieder frei gelassen. Würden die Mitarbeiter dies nicht tun, würden beispielsweise die berühmten Kiwis innerhalb zwei Generationen komplett verschwinden.

Schuld daran sind die Europäer! Als sie damals das Land „übernahmen“, brachten sie vielerlei Tiere aus der „alten“ Heimat mit. Darunter sind Kühe, Schafe, Hunde und Katzen, aber auch Frettchen und Opossums. Das Problem ist nun, dass Kiwis nie solch natürliche Feinde hatten, wodurch sie auch nie Flugfähigkeiten entwickelt haben. Somit sind die kleinen, besonderen Vögel den vielen Katzen und Hunden hilflos ausgeliefert, die Nagetiere rauben ihre Eier.

Was macht den Kiwi aber so besonders? Abgesehen davon, dass das Ei einer Kiwidame in Relation zum Körper das Größte Ei der Welt ist (Es nimmt etwa 20 % ein! Im Vergleich dazu, ein Vogelstrauß-Ei nimmt etwa 2% der Mutter ein.), ist der Kiwi auch noch Säugetier-Ähnlich. Sie haben haarähnliche Federn, haben Nasenlöcher an der Spitze des Schnabels und besitzen Tasthaare, also Schnurrhaare! Wahnsinn, oder?

 

Nun sitzen wir hier also, es schüttet wie aus Eimern und wir verbringen die Zeit mit Filmschauen und Sudoko spielen. Wir nutzen die Gelegenheit natürlich auch, um Wäsche zu waschen und gutes Essen zu kochen.

Nach drei langen Tagen schaut die Sonne endlich wieder hervor und wir machen uns daran, die Stadt Napier etwas zu erkunden. Vom Bluff Hill aus verschaffen wir uns einen Überblick über den Handelshafen bevor wir am Strand den berühmten Rotary Pathway entlang spazieren. Auch die Stadt selbst zeigt Charme und Geschmack.

Da Manu und ich so erfreut über den sonnigen Tag sind, fahren wir auch noch durch Hastings bis zum Te Mata Peak. Die spezielle Hügellandschaft erhebt sich ca. 400m über dem Meeresspiegel und hat auch eine nette Maori-Geschichte zu bieten.

Das Dorf der Heretaunga wurde über Generationen immer wieder angegriffen, bis sich der verfeindete Maori-Chief der Kahungunu in die Tochter des Dorfoberhauptes verliebte. Ganz so leicht wollte er aber seine Tochter nicht hergeben und stellte Te Mata O Rongokako die schwierigsten Aufgaben, um sich beweisen zu können. Nur wenn er diese ohne Ausnahme lösen konnte, bekäme er die Häuptlingstochter. Leider scheiterter der vermeintliche Schwiegersohn an der letzten Aufgabe. Er sollte sich durch die Hügel essen, um so einen Tunnel für das Dorf zu bauen. Leider schaffte er die Aufgabe nicht und starb dabei. Sein lebloser Körper wurde zu einem Teil der Berge.

Kannst du ihn sehen, den schlafenden Riesen Te Mata O Rongokako ?

 

 

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