Coromandel Halbinsel – die Urlaubsregion der Kiwis

Das fängt ja schon einmal lustig an! Wir stehen im Stau, mitten im Nirgendwo, normale Hauptstraße – ohne ersichtlichen Grund. Die überschwemmte Straße, die wir gerade passieren mussten, könnte ein Grund dafür sein…

Drei Stunden später stellt sich heraus, dass auf Grund der Überschwemmungen hier im nordöstlichen Gebiet der Nordinsel Neuseelands nur noch diese eine Straße auf die Halbinsel führt. Alle anderen sind auf Grund der Wassermassen, die der Cyclone Cook gebracht hat, gesperrt.

Wir sind sich nicht ganz sicher, ob wir nun also weiterfahren sollen, das Risiko eingehen, dass viele Straßen gesperrt sein könnten, oder ob wir nach dem Stauende links nach Auckland abbiegen sollen. Aber vor Herausforderungen haben Manu und ich uns ja noch nie gescheut…

Da wir erst heute Morgen in Hobbiton waren und dann so lange im Stau gewartet haben, haben wir heute Abend nur noch ein paar Stunden Zeit uns die Umgebung der berühmten Cathedral Cove anzusehen. Leider ist diese wegen Sturmschäden gesperrt. Wir lassen uns aber davon nicht beirren und wandern gemütlich zu einem Aussichtspunkt über der Höhle und der Bucht.

Am nächsten Tag wollen wir weiter an die Westküste der Halbinsel fahren. Wollen. Recht weit kommen wir nicht. Da die normale Straße in Richtung Coromandel Town komplett gesperrt ist, müssen wir quer über den Berg fahren. Die engen One-Lane-Brücken werden uns diesmal zum Verhängnis. Der entgegenkommende Autofahrer rast um die Kurve wärend wir uns noch auf der schmalen Brücke befinden. Also reisse ich unsere Jule nach links, um nicht zu kolladieren. Der Fahrer rast einfach weiter, unsere linker vorderer Reifen hingegen hat es nicht geschafft.

Ich parke links und denke mir nur „Nicht schon wieder!“ – Déjà-Vu… Ich steige aus, schaue mich um, ob es Nachbarhäuser gibt, halte dann aber ein kommendes Auto an. Ein netter Kiwi steigt aus und hilft uns tatsächlich den Reifen zu wechseln! Manu und ich sind so dankbar! Das muss man den Neuseeländern wirklich lassen, freundlich und hilfsbereit sind sie allemal!

Der Ersatzreifen ist befestigt und wir müssen unsere Pläne wieder einmal ändern. Wir fahren zurück nach Whitianga um einen neuen Reifen zu kaufen. Wir haben Glück! Es ist kurz vor Samstag Mittag und erreichen die letzte geöffnete Werkstatt rechtzeitig. Eine halbe Stunde und 135$ später haben wir einen niegel-nagel-neuen Reifen und sind erleichtert, dass es nicht so kompliziert war, wie wir befürchtet haben.

Zurück nach Coromandel wollen wir nun auch nicht mehr fahren und so entscheiden wir uns, zum „Hot Water Beach“ südöstlich von der Cathedral-Cove zu fahren. Es soll unglaublich sein! Angeblich braucht man nur etwas im Sand zu graben und das warme Wasser soll nur so sprudeln. Klingt doch spannend!

Dort angekommen genießen wir erst einmal die Sonner, bevor wir uns ans Graben machen. Wir sehen gleich, wo es das warme Wasser geben muss. Gefühlt hundert Menschen drängen sich nahe nebeneinander und graben wie verrückte. Die meisten sind ausgestatten, als ob sie nach Gold graben würden: Schaufel, Kübel, gerade, dass sie keine Öllampe mit sich haben.

Manu und ich schmeissen uns in das Gedränge uns beginnen, mit unseren Händen zu graben. Wir graben und graben, wie Verrückte, so tief wir können. Es ist nicht einfach, eine ordentliche Tiefe zu erreichen, der Sand am Rand des Loches rutscht immer wieder nach. Aber leider – kein Gold, kein warmes Wasser. Wir knien also in der kalten Sand-Pampe und gucken etwas verwirrt.

Anscheinend sind wir einige Meter entfernt. Die Nachbarn 5m weiter genießen ihren Warmwasserpool. Die Lust auf Graben ist uns allerdings vergangen…

die andere Hälfte des Strandes ist komplett leer…

 

Wir fahren also weiter. Ich hab herausgefunden, dass es im südlichen Teil der Halbinsel einen netten Track zum „Pinnacles Peak“ geben soll. Den wollen wir morgen machen, also fahren wir zu einem nahegelegenen Campingplatz des DOC. Dort angekommen lesen wir aber, dass alle Tracks auf Grund des vielen Regens gesperrt sind. Es soll einfach nicht sein.

Obwohl ich wirklich müde bin, fahren wir trotzdem noch weiter zu einem netten Gratiscampingplatz einige Kilometer in Richtung Auckland. Wir jausnen dort die restlichen Krautfleckerl vom Vorabend, bevor wir mit dem Gedanken „Cormandel mag uns nicht so recht…“ einschlafen.

Auch wenn vieles auf Grund des vielen Regen nicht geklappt hat, haben wir doch die schöne Region genossen. Die Strände sind wirklich wunderschön und das Land ist überaus grün. Ich kann also gut verstehen, dass die Neuseeländer hier gerne Urlaub machen, ist die Halbinsel ja auch nur drei Stunden von Auckland entfernt.

Vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal!

 

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